Etikette: Unterschied zwischen den Versionen

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Übrigens: Eine Vorstellung wird bei jeder Zusammenkunft erwartet, auch dann, wenn man einander bereits kennt. Die Initiative der Vorstellung liegt bei der Person, die von niedrigerem Rang ist. Allerdings kommt es nicht selten vor, dass ein Ranghöherer proaktiv an einen Rangniederen herantritt und die Begrüßung seinerseits initiiert. Dies kann der Situation entspringen, vielleicht geschieht dies aus Goodwill bzw. aus dem Ansinnen, das gesellschaftliche Prozedere möglichst zügig abzuarbeiten, dies kann aber auch Ausdruck einer Wertschätzung sein.
Übrigens: Eine Vorstellung wird bei jeder Zusammenkunft erwartet, auch dann, wenn man einander bereits kennt. Die Initiative der Vorstellung liegt bei der Person, die von niedrigerem Rang ist. Allerdings kommt es nicht selten vor, dass ein Ranghöherer proaktiv an einen Rangniederen herantritt und die Begrüßung seinerseits initiiert. Dies kann der Situation entspringen, vielleicht geschieht dies aus Goodwill bzw. aus dem Ansinnen, das gesellschaftliche Prozedere möglichst zügig abzuarbeiten, dies kann aber auch Ausdruck einer Wertschätzung sein.


Folgendes ist bei einer Vorstellung zu beachten: Man spricht laut und deutlich. Es ist ebenso unhöflich wie für beide Seiten peinlich, wenn die Person, der man sich vorstellt, um Wiederholung bitten muss, weil sie einen nicht verstand.  
Folgendes ist bei einer Vorstellung zu beachten:
*Man spricht laut und deutlich. Es ist ebenso unhöflich wie für beide Seiten peinlich, wenn die Person, der man sich vorstellt, um Wiederholung bitten muss, weil sie einen nicht verstand.
*Man stellt sich mit Name, Clan, Status, etwaigem Amt und der Domäne, aus der man stammt, vor. Die Reihenfolge dieser Informationen ist nicht vorgegeben. Um sich Unannehmlichkeiten zu ersparen, sollte man sich eine Formulierung einprägen und üben. Zum Beispiel: "Mein Name ist X, Neugeborener des Clans Y, Primogen der Domäne Z." - fertig. Wünscht die Person, der man sich vorstellt, weitere Informationen, wird sie diese erfragen.


Verabschiedungen werden weniger strikt verfolgt als Begrüßungen. Beim gastgebenden Fürsten und beim Gastgeber sollte man sich auf jeden Fall verabschieden. Je nach Situation und nach individuellen Überzeugungen ist eine Verabschiedung bei weiteren Personen sinnvoll – siehe Auflistung bei der Vorstellung. Es gilt als guter Ton, sich insbesondere bei jenen Personen zu verabschieden, mit denen man im Verlauf der betreffenden Zusammenkunft näheren Kontakt bzw. Austausch geführt hat – solange dies im Guten erfolgte.
Verabschiedungen werden weniger strikt verfolgt als Begrüßungen. Beim gastgebenden Fürsten und beim Gastgeber sollte man sich auf jeden Fall verabschieden. Je nach Situation und nach individuellen Überzeugungen ist eine Verabschiedung bei weiteren Personen sinnvoll – siehe Auflistung bei der Vorstellung. Es gilt als guter Ton, sich insbesondere bei jenen Personen zu verabschieden, mit denen man im Verlauf der betreffenden Zusammenkunft näheren Kontakt bzw. Austausch geführt hat – solange dies im Guten erfolgte.

Version vom 9. August 2024, 00:26 Uhr

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Einführung

Die Gesellschaft der Vampire unterhält eine straffe und höfische Ordnung. Die Grundsätze dieser Ordnung werden als Etikette bezeichnet – sie steht für eine Systematik aus verschiedenen Normen und Regeln, die den Umgang miteinander klären. Insbesondere die Camarilla achtet auf eine adäquate Umsetzung der Etikette, in Teilen trifft dies aber auch auf andere Fraktionen oder das Miteinander innerhalb eines Clans zu. Die in diesem Artikel gegebenen Erläuterungen zum Thema Etikette konzentrieren sich auf die Gesellschaft der Camarilla.

Warum ist die Etikette so untrennbar verwoben mit der vampirischen Gesellschaft? Hier fließen verschiedene Faktoren ein. Die Camarilla wurde vor Jahrhunderten gegründet, viele ihrer führenden Mitglieder entstammen einer Zeit, in der per se andere bzw. gehobene Umgangsformen gepflegt wurden. Weiterhin gibt es nicht wenige Vampire, deren sterbliche Wurzeln auf eine gehobene Abstammung zurückgehen. All jene Vampire sind in einer Welt aus höfischen Normen und Regeln aufgewachsen – und sie werden ihre Wurzeln niemals gänzlich abstreifen. Auf übergeordneter Ebene steht das Selbstverständnis der Camarilla: Die Camarilla ist eine gehobene Gesellschaft und somit entspricht es ihrem Selbstanspruch, gehobene Umgangsformen zu wahren.

Neben diesen Gesichtspunkten steht jedoch noch ein anderer, wichtiger Gedanke, der die Etikette begründet: Die Gesellschaft der Vampire ist eine Gesellschaft aus „Raubtieren“, die miteinander in Konkurrenz stehen. Normen und Regeln sind unabdingbar für ein (zumindest weitgehend) friedliches Miteinander. Gäbe es keine allgemeingültigen Umgangsformen, würde die vampirische Gesellschaft durch stete Konflikte zerfallen.

Die Etikette fußt demnach nicht allein auf höfischen Idealen, sondern vor allem auf der Notwendigkeit, das Miteinander und den Austausch untereinander zu ordnen und zu schützen.

Etikette bedeutet jedoch noch mehr: Es ist ein Instrument, mit welchem ohne Gewalt, allein durch Worte und Gesten, die Ordnung der Gesellschaft beeinflusst und die Position sowie die Reputation jedes Einzelnen gewichtet, gestützt oder geschwächt werden können – aktiv oder passiv. Das gesellschaftliche Parkett ist ein "Schlachtfeld ohne Waffen", ein Moloch aus ebenso klaren wie verworrenen Optionen und Fallstricken.

Die Grundzüge der Etikette gelten unter Vampiren als Allgemeinbildung. Weitgehend jeder Erzeuger achtet im Zuge der Ausbildung seines Kindes darauf, die Grundlagen der Etikette zu vermitteln und sein Kind auf den Umgang mit anderen Kainiten vorzubereiten. Dies betrifft insbesondere politisch und gesellschaftlich aktive Clans, für diese ist das Wissen um die korrekten Umgangsformen kein Kann, sondern ein Muss. Doch auch die weniger politisch und gesellschaftlich ausgerichteten Clans achten auf eine adäquate Ausbildung ihrer Nachkommen.

Dass die Grundzüge der Etikette als Allgemeinbildung gelten, hindert Charaktere natürlich nicht daran, die Regeln des Miteinanders situativ und/oder aus genereller Überzeugung bewusst zu beugen oder zu brechen. Wer solches tut, sollte sich jedoch auf ein entsprechendes Echo einstellen.

Hinweis: Außerhalb des Spiels wird über das Thema Etikette zuweilen heiß diskutiert, da es naturgemäß verschiedene Ansichten über das Spiel und die Spielwelt gibt. Grundsätzlich soll Etikette das Spiel bereichern und nicht blockieren. Es gilt, einen soliden Mittelweg zu finden, der einerseits der Spielwelt gerecht wird, andererseits ein flüssiges und faires Spiel erlaubt. Hier ist jeder Spieler gefragt, offen und kompromissbereit etwaigen Spielanforderungen auf dem Gebiet der Etikette zu begegnen. Fakt ist: Etikette und gesellschaftliche Aspekte gehören zu der Spielwelt dazu. Im Marburger Spiel wird in der Regel eine "mittelstrenge" Umsetzung der Etikette verfolgt.

Rangordnung der kainitischen Gesellschaft

Vorab eine Anmerkung zu den Begriffen Status und Rang: Im allgemeinen Sprachgebrauch werden beide Begriffe oft synonym verwandt. In der Spielwelt bezeichnet der Begriff Status jedoch einen konkreten gesellschaftlichen Stand einer Figur, der verliehen oder errungen wird. Der Begriff Rang hingegen ist in der Spielwelt nicht speziell belegt und wird allgemein gebraucht.

Der gesellschaftliche Rang eines Kainiten setzt sich aus folgenden Faktoren zusammen:

  • Status – Ahn ▶ Ancilla ▶ Neonat ▶ Kind
  • Amt – Fürst ▶ Seneschall/Prinzregent ▶ Sheriff ▶ Primogen ▶ andere Ämter (Primogen & andere Ämter: Die Reihung kann regional differieren.)
  • Ansehen – die Reputation, die eine Person aufgebaut hat

Status ist die Summe aus der Anerkennung, die ein Kainit innerhalb der Gesellschaft der Camarilla genießt, und dem Alter des Kainiten, wobei die gesellschaftliche Anerkennung überwiegt. Harpyien und/oder Ahnen legen den Status der einzelnen Personen fest, hierbei spielt eine Kombination verschiedener Faktoren eine Rolle. Dazu gehören politischer Einfluss in der Camarilla (meist über die Domäne hinaus), Einfluss im Clan, besondere Verdienste, persönliches Charisma, etc.

Ein Amt bzw. eine offizielle Funktion erhält ein Charakter entweder durch Ernennung, durch eigenes Bestreben, durch politische Winkelzüge – oder durch eine wüste Mischung aus diesen Optionen.

Das Ansehen einer Figur wird maßgeblich von deren Aktivitäten, Errungenschaften und ihrem allgemeinen Auftreten beeinflusst. Es fließen jedoch zahlreiche Faktoren in das Ansehen eines Charakters ein – auch subjektive wie Sympathie und Antipathie.

In der Regel gilt: Status vor Amt vor Ansehen, wobei ein besonders hohes oder schlechtes Ansehen sowohl Amt als auch Status überflügeln kann. Wenn man Nichts über das Ansehen eines Charakters weiß, empfiehlt es sich, es außer Acht zu lassen und diesem Charakter allein gemäß seines Status und Amtes zu begegnen. Alternativ orientiert man sich an etablierten Figuren und leitet aus deren Verhalten gegenüber der Person, deren Ansehen man nicht kennt, ab, ob die betreffende Person ein eher hohes oder geringes Ansehen zu genießen scheint.

Generell ausgenommen von der Regel „Status vor Amt vor Ansehen“ sind Fürsten. Jene tragen eines der höchsten Ämter der Camarilla, entsprechend wird ihnen stets höchster Respekt gezollt.

Die Anforderungen und die Maßstäbe, die an eine Person gestellt bzw. angelegt werden, steigen, je höher eine Person im Status, im Amt oder im Ansehen steht. Die errungene Statusstufe, Ämter und vor allem das Ansehen einer Figur sind dynamische Größen: Wo ein Weg nach oben, da auch ein Weg nach unten.

Die Rangordnung der Gesellschaft ist in der Spielwelt allgegenwärtig. Sie gibt vor, wer wem weisungsbefugt ist, wem und wieviel Respekt zu zollen ist, wem Vorrang zu gewähren ist, wie groß die individuellen Freiräume sind, etc. – weitgehend alle Belange des Miteinanders werden von der Rangordnung begleitet und beeinflusst.

Die Rangordnung der Gesellschaft in der Übersicht:

  • Fürst der gastgebenden Domäne
  • Fürsten anderer Domänen
  • Ahn mit Amt
  • Ahn
  • Ancilla mit Amt
  • Ancilla
  • Neonat mit Amt
  • Neonat
  • Kind

Die Abstufungen der Rangfolge sind teilweise hauchdünn, trotzdem sind sie immer präsent. Die größten Abstände in der Rangfolge liegen im Status, also z.B. zwischen einem Ahnen und einem Ancilla mit Amt oder zwischen einem Ancilla und einem Neonaten mit Amt.

Es gibt Ausnahmen: In Abwesenheit des lokalen Fürsten tritt dessen Stellvertreter an die höchste Position der Rangfolge. Weiterhin gibt es einige Clans, die neben der hier dargestellten Ordnung der Camarilla intern ein eigenes System der Rangfolge unterhalten. Hierzu gehören beispielsweise Clan Tremere und Clan Ventrue. Treten Mitglieder dieser Clans nicht-öffentlich zusammen, gilt die interne Rangfolge. Die Rangfolge der Camarilla ist in einer solchen Situation nebensächlich oder hat ggf. sogar keinerlei Bedeutung.

Bei gleichrangigen Kainiten verschiedenen Geschlechts sollte der Dame der Vorzug gegeben werden. Inwieweit Herren Damen über deren Rang hinaus den Vorzug geben, hängt von den Überzeugungen der Herren und beider Ansehen ab. Außerdem hat bei Gleichrangigen ein Mitglied der gastgebenden Domäne den höheren Rang als ein Gast der Domäne, allerdings ist dieses Gefälle sehr gering.

Respektsbekundung

Die Etikette legt fest, wie Kainiten einander begegnen und welches Maß an Respekt sie einander zollen. Entscheidend für die Abstufungen der Respektsbekundung ist die Rangordnung:

  • Ahnen und Fürsten verneigen sich vor anderen Ahnen und Fürsten. Je nach Konstellation der Beteiligten ist das Verneigen ggf. auch nur ein Neigen des Kopfes. Allen anderen Mitgliedern der Gesellschaft begegnen Fürsten und Ahnen gemäß ihrer Überzeugungen und/oder der individuellen Wertschätzung.
  • Ancillae verneigen sich tief vor Fürsten und Ahnen, begegnen anderen Ancillae in gebührender Form auf Augenhöhe und beachten Neonaten und Kinder gemäß ihrer Überzeugungen und/oder der individuellen Wertschätzung.
  • Neonaten knien vor Fürsten und Ahnen und verbeugen sich tief vor Ancillae. Anderen Neonaten begegnen sie in gebührender Form auf Augenhöhe, Kindern begegnen sie gemäß ihrer Überzeugungen und/oder der individuellen Wertschätzung.
  • Kinder knien vor Fürsten und Ahnen, verbeugen sich tief vor Ancillae und verbeugen sich vor Neonaten. Anderen Kindern begegnen sie in gebührender Form auf Augenhöhe.

In aller Regel wird eine vollständige Respektsbekundung nur bei der Vorstellung und bei der Verabschiedung erwartet. Für das gesellschaftliche Treiben wäre es hinderlich, müsste bei jeder Begegnung die vollständige Respektsbekundung abgehandelt werden. Zur Veranschaulichung: Ein Neonat kniet vor einem Fürsten oder Ahnen, wenn er diesen begrüßt und wenn er diesen verabschiedet. Bei weiteren Begegnungen über den Verlauf der Nacht genügt ein Verneigen, vielleicht sogar ein kurzes respektvolles Neigen des Hauptes.

Während einer gesellschaftlichen Zusammenkunft können jedoch Situationen eintreten, in denen es anzuraten ist, unabhängig von dem Szenario der Vorstellung oder der Verabschiedung eine vollständige Respektsbekundung auszuführen. Hier sind unterschiedlichste Situationen denkbar, einige Beispiele:

  • Ein Ahn oder Fürst ist wahrnehmbar angespannt oder regelrecht wütend und der Neonat befindet sich (unglücklicher Weise) in der Nähe. Der Neonat tritt zurück und kniet sich zur eigenen Sicherheit hin.
  • Der Neonat hat ein gewichtiges Anliegen, das er an den Fürsten oder Ahnen herantragen möchte. Er tritt an die entsprechende Figur heran und kniet, um seinem Anliegen durch Zollen des vollen Respektes mehr Gewicht zu verleihen.
  • Dem Neonaten ist ein Fauxpas oder gar ein Fehler unterlaufen und er möchte (lies: muss) sich bei einem Fürsten oder Ahnen entschuldigen. Der Neonat kniet und unterstreicht damit seine Untergebenheit - potentiell mildert diese Geste die Reaktion des Fürsten oder Ahnen.

Grundsätzlich gilt: Bei Unklarheit, wie einer Situation zu begegnen ist, sollte immer die vollständige Respektsbekundung ausgeführt werden. Lieber einmal mehr, als einmal zu wenig.

Vorstellung und Verabschiedung

Wichtig: Die Vorstellung ist häufig bereits der entscheidende Moment, in welchem man von Ahnen und Harpyien, aber auch von allen Umstehenden, geprüft und für akzeptabel oder inakzeptabel befunden wird. Der erste Eindruck ist auch unter Kainiten von entscheidender Bedeutung.

Je nach Anlass und Größe der gesellschaftlichen Zusammenkunft variiert der Rahmen an Personen, bei denen man sich vorstellen muss und/oder sollte. In dieser Frage gibt es keine allgemeingültige Antwort. Weiterhin fließen individuelle Aspekte mit ein: Jemand, der sich gesellschaftlich etablieren möchte, sollte einen weiter gefassten Rahmen an Personen begrüßen, um sich bekannt zu machen, und – Schritt für Schritt – seinem Ziel der Etablierung näher zu kommen. Jemand, der eigenbrötlerisch ist oder kein größeres Interesse für die Gesellschaft mitbringt, wird den Rahmen der zu begrüßenden Personen so eng fassen wie möglich.

Folgende Personen sind definitiv zu begrüßen und nach Möglichkeit auch zu verabschieden:

  • Der Fürst der gastgebenden Domäne oder dessen Stellvertreter, wenn der Fürst abwesend ist. An dieser Stelle erfragt man auch das Aufenthaltsrecht in der Domäne. Stichwort: Traditionen der Camarilla.
  • Der Gastgeber der betreffenden Zusammenkunft, wenn nicht der Fürst selbst geladen hat. In einigen Domänen gilt die Regelung, dass der Gastgeber vor dem Fürsten zu begrüßen ist.

Neben diesem Pflichtprogramm gibt es eine Reihe weiterer Personen, bei denen eine Vorstellung empfohlen ist. Hier gilt das oben Dargelegte, je nach Anlass und Größe der Zusammenkunft und je nach individuellen Zielen bzw. Ansichten, variiert der in Frage kommende Personenkreis: Andere anwesende Fürsten, Ahnen (vor allem jene des eigenen Clans), höhere Ämter wie z.B. Seneschall, Sheriff, ggf. auch Primogene und Ancillae (vor allem jene des eigenen Clans). Weiterhin ist es nie verkehrt, sich mit so vielen Mitgliedern des eigenen Clans wie möglich und mit all jenen Personen, die ein gewisses Standing ihr Eigen zu nennen scheinen, bekannt zu machen. Insbesondere bei Versammlungen überschaubarer Größe wird mehr oder minder erwartet, dass man sich bei allen Mitgliedern der Gesellschaft vorstellt. Bei größeren Versammlungen hingegen wird dies nicht erwartet – und wäre auch rein technisch kaum umsetzbar.

Die Rangordnung der Gesellschaft gibt die Reihenfolge der Begrüßungen und der etwaigen Verabschiedungen vor: Zuerst die Ranghöheren, dann die Rangniederen. Im Trubel einer Zusammenkunft ist es nicht immer leicht, die korrekte Reihenfolge zu berücksichtigen. Absolut wichtig ist jedoch, dass der gastgebende Fürst und der Gastgeber des Abends (solange dies nicht der Fürst ist) so früh wie möglich begrüßt werden. Man wartet, bis diese elementaren Begrüßungen vorgenommen werden können. Erst danach wendet man sich anderen Gästen bzw. dem Treiben der Gesellschaft zu.

Oft finden sich auf einer Zusammenkunft Personen, die man nicht kennt und entsprechend auch nicht weiß, welchen Rang sie inne haben. Das ist ein Problem. Es obliegt einem selbst, sich einen Ansprechpartner zu suchen, der einem ein kurzes "Who is Who" (zumindest bezüglich der relevanten Personen) an die Hand gibt. Für eine solche Unterstützung wird eventuell eine Gegenleistung gefordert, was durchaus legitim ist. Nichts ist unangenehmer, als gesellschaftlich negativ aufzufallen, weil man sich nicht informierte - und aus Unkenntnis die gebotene Rangordnung missachtete oder ein ranghohes Mitglied der Gesellschaft schnitt.

Übrigens: Eine Vorstellung wird bei jeder Zusammenkunft erwartet, auch dann, wenn man einander bereits kennt. Die Initiative der Vorstellung liegt bei der Person, die von niedrigerem Rang ist. Allerdings kommt es nicht selten vor, dass ein Ranghöherer proaktiv an einen Rangniederen herantritt und die Begrüßung seinerseits initiiert. Dies kann der Situation entspringen, vielleicht geschieht dies aus Goodwill bzw. aus dem Ansinnen, das gesellschaftliche Prozedere möglichst zügig abzuarbeiten, dies kann aber auch Ausdruck einer Wertschätzung sein.

Folgendes ist bei einer Vorstellung zu beachten:

  • Man spricht laut und deutlich. Es ist ebenso unhöflich wie für beide Seiten peinlich, wenn die Person, der man sich vorstellt, um Wiederholung bitten muss, weil sie einen nicht verstand.
  • Man stellt sich mit Name, Clan, Status, etwaigem Amt und der Domäne, aus der man stammt, vor. Die Reihenfolge dieser Informationen ist nicht vorgegeben. Um sich Unannehmlichkeiten zu ersparen, sollte man sich eine Formulierung einprägen und üben. Zum Beispiel: "Mein Name ist X, Neugeborener des Clans Y, Primogen der Domäne Z." - fertig. Wünscht die Person, der man sich vorstellt, weitere Informationen, wird sie diese erfragen.

Verabschiedungen werden weniger strikt verfolgt als Begrüßungen. Beim gastgebenden Fürsten und beim Gastgeber sollte man sich auf jeden Fall verabschieden. Je nach Situation und nach individuellen Überzeugungen ist eine Verabschiedung bei weiteren Personen sinnvoll – siehe Auflistung bei der Vorstellung. Es gilt als guter Ton, sich insbesondere bei jenen Personen zu verabschieden, mit denen man im Verlauf der betreffenden Zusammenkunft näheren Kontakt bzw. Austausch geführt hat – solange dies im Guten erfolgte.

Vorstellung bei Fürsten und Ahnen

Allgemeine Umgangsformen

Fast alle Höflichkeitsregeln der menschlichen Etikette haben auch in der kainitischen Gesellschaft Geltung. Stichwort: Knigge.

Grundsätzlich sollte man auf ein angemessenes Verhalten achten und niemandem ungewollt auf die Füße treten. Unterläuft einem ein Fauxpas, entschuldigt man sich. Jemanden absichtlich zu brüskieren, ist eine ungesunde Idee. Ist man hinsichtlich des korrekten Verhaltens unsicher, fragt man bei einer erfahrenen Person nach. Es ist möglich, dass die angefragte Person für ihre Auskunft und Hilfe eine kleine Gegenleistung festlegt – dies ist zu akzeptieren.

Niemals vergessen: Zusammenkünfte sind das Schlachtfeld der Gesellschaft. Das Verhalten eines jeden wird gesehen – und kann zu dessen Nachteil oder Vorteil bewertet und ausgelegt werden.

Schriftliche Konversation

X Vorstellung

Die Vorstellung ist häufig bereits der entscheidende Moment, in welchem man von Ahnen und Harpyien geprüft und für akzeptabel oder inakzeptabel befunden wird. Der erste Eindruck ist auch und gerade unter Kainiten von entscheidender Bedeutung.

  • Ahnen und Fürsten verneigen sich vor anderen Ahnen und Fürsten. Je nach Konstellation der Beteiligten ist das Verneigen ggf. auch nur ein respektvolles Neigen des Kopfes. Allen anderen Mitgliedern der Gesellschaft begegnen Fürsten und Ahnen gemäß ihrer Überzeugungen und/oder der individuellen Wertschätzung.
  • Ancillae verneigen sich tief vor Fürsten und Ahnen, begegnen anderen Ancillae in gebührender Form auf Augenhöhe und beachten Neonaten und Kinder gemäß ihrer Überzeugungen und/oder der individuellen Wertschätzung.
  • Neonaten knien vor Fürsten und Ahnen und verbeugen sich tief vor Ancillae. Anderen Neonaten begegnen sie in gebührender Form auf Augenhöhe, Kindern begegnen sie gemäß ihrer Überzeugungen und/oder der individuellen Wertschätzung.
  • Kinder knien vor Fürsten und Ahnen, verbeugen sich tief vor Ancillae und verbeugen sich vor Neonaten. Anderen Kindern begegnen sie in gebührender Form auf Augenhöhe.

Generell gelten folgende Regeln und Tipps für Vorstellungen:

  • Überlasse dem Ranghöheren immer die Wahl der Begrüßungsform. Das heißt: Gehe zunächst nach dem oben aufgeführten Schema vor. Wenn der Ranghöhere signalisiert, dieses Schema verlassen zu wollen, oder es proaktiv verlässt, passe Dein Verhalten entsprechend an.
  • Die Hand reichen: Ein schwieriges und kontroverses Thema. Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass Vampire sich nicht gern die Hand reichen - eine solche Nähe schätzen Raubtiere untereinander nicht. Dann wiederum: Ein Handschlag ist und bleibt (auch nach dem Tod) eine Geste der Aufrichtigkeit und eine Geste der Anerkennung. Somit gibt es ihn, den Handschlag unter Vampiren. Aber: Es obliegt dem Ranghöheren, diese Geste einzuleiten oder nicht. Erspare Dir die Peinlichkeit, dass Deine dargebotene Hand ignoriert bzw. ausgeschlagen wird. Andere werden das sehen und ihre Rückschlüsse ziehen, schenke ihnen dieses gefundene Fressen nicht. Allgemein gilt immer: Gehe einfach nach der dargestellten Handhabe vor und führe die Begrüßung korrekt durch. Reicht Dir der Ranghöhere hiernach die Hand, nimmst Du sie und weißt, was diese Geste aussagt bzw. was der Ranghöhere dadurch zum Ausdruck bringt.
  • Bei einer formellen und vollständigen Vorstellung der eigenen Person teilt man folgende Informationen mit: Name, Clan, Status, evtl. politisches Amt und Domäne. Die Reihenfolge ist irrelevant, aus Gründen des Sprachflusses sollte man sich jedoch eine individuelle Form einprägen und diese üben. Zum Beispiel: "Mein Name ist X, Ancilla des Clans Y, Erstgeborener der Domäne Z" - das sind die Grundinformationen, die üblicher Weise in der Gesellschaft ausgetauscht werden. Es ist nicht notwendig, mehr preiszugeben, es sei denn, man stellt sich einem Ranghöheren vor und dieser erfragt weitere Informationen. In diesem Falle ist man wohl oder übel verpflichtet, weitere Informationen über sich preiszugeben, oder man pokert auf sein Glück und sucht sein Heil in einer gekonnten Ablenkung. Gegenüber Personen, die einem bereits näher bekannt sind, ist es im Übrigen normal, dass man nach und nach mehr Informationen über sich preisgibt.
  • Elementar: Spreche laut, vernehmlich, langsam und deutlich. Die Person, der Du dich gerade vorstellst, und alle Umstehenden erhalten umgehend ein schlechtes Bild von Dir, wenn Du nicht in der Lage bist, Dich klar und verständlich vorzustellen. Erspare anderen die Peinlichkeit, nachfragen zu müssen, weil sie Dich nicht verstanden haben. Und erspare Dir selbst diese Peinlichkeit. Mehr noch: Wer leise in seinen vorhandenen oder nicht vorhandenen Bart hinein nuschelt, vermittelt ein schwaches Bild. Ein schwaches Bild ist ein gefährliches - Du befindest Dich in einer Gesellschaft von Raubtieren, die fressen die kleinen Fische zuerst. Und Du willst nicht gefressen werden.
  • Achte auf Deine Körpersprache. Das obige Protokoll, wie eine korrekte Vorstellung zu erfolgen hat, sieht eine unterschiedlich ausgeprägte Respektsbekundung gegenüber anderen vor, ja, aber eine Respektsbekundung ist keine Unterwerfung, sondern eine Frage von Anstand und Stil. Beachte eine der Situation angemessene, aber sichere und eloquente Körpersprache. Trittst Du unscheinbar, unsicher und kleinlaut auf, vermittelst Du auch genau solch ein Bild. Die Gesellschaft sieht alles und sie weiß, wer angreifbar ist. Auch hierbei gilt: Du willst ein solches Bild nicht entwerfen.
  • Lass jemand anderes Dich vorstellen. Das ist keine zwingende Regel sondern eher ein Tipp. Aber gerade wenn Du Neugeborener bist, ist es sittlich, sich zumindest Ahnen und Fürsten in Begleitung einer Person, die die Person kennt, der Du dich vorstellen möchtest, bei eben jener vorzustellen. Dieses Vorgehen bewahrt Dich u.U. vor unglücklichen Situationen und es generiert einen formelleren Rahmen, der gegenüber Fürsten und Ahnen nie schadet. Für solch ein Anliegen kann man sich weitgehend an jeden etabliert und versiert wirkenden Kainiten wenden, oft werden für diese Art von Support Ancillae angefragt. Hinweis: Diese Form der Hilfe gilt in der Spielwelt bereits als ein kleiner Gefallen, ob hieraus aber tatsächlich eine Verbindlichkeit erwächst, ist eine charakterspezifische Frage.
  • Wenn Du auf eine Zusammenkunft der Gesellschaft kommst, suche Dir schnellstmöglich einen Ansprechpartner, der gewogen scheint, Dich über die anwesende Gesellschaft zu informieren bzw. Dir ein kurzes "Who is Who" zu geben. Der Fokus liegt hierbei auf den wichtigen Figuren, die zugegen sind. Nichts ist unangenehmer, als aus Unkenntnis ein hohes Amt oder einen Ahnen zu schneiden. Auf diese Weise erfährst Du auch, wem alles Du Dich nach Protokoll vorstellen solltest. Hinweis: Diese Form der Hilfe gilt in der Spielwelt bereits als ein kleiner Gefallen, ob hieraus aber tatsächlich eine Verbindlichkeit erwächst, ist eine charakterspezifische Frage.
  • Unterbrich kein Gespräch unter Ranghöheren, auch nicht, um Dich vorzustellen. Dies ist ein großes Tabu, speziell, wenn man ein Gespräch unter Fürsten oder Ahnen stören würde. Wenn man einen Ranghöheren begrüßen oder sprechen möchte, der sich in einem Gespräch befindet, nähert man sich den im Gespräch befindlichen Personen sichtbar, bleibt in angemessener Distanz stehen und versucht, den Blick der Person of Interest einzufangen. Man verbeugt sich dann, um zu signalisieren, dass man etwas von der Person wünscht. Wenn sich die gewünschte Person auch nach einer angemessenen Zeit des Wartens nicht aus ihrem Gespräch löst, wählt man einen anderen Zeitpunkt oder lässt das Ansinnen ggf. ganz fallen. Wenn man einem laufenden Gespräch beiwohnen möchte, sollte man nach der Vorstellung beim ranghöchsten Gesprächsteilnehmer höflich erfragen, ob dies möglich ist.

X Formelle Vorstellung bei einem Fürsten

Vor dem Prinzen muss man sich in gebührendem Abstand standesgemäß verbeugen. Die Art der Verbeugung darf individuell variieren, je nachdem, aus welcher Kultur und Zeit man stammt und welchen Status man selber hat (bei mächtigen Ahnen, die gerne etwas provozieren, wird die Verbeugung nicht mehr als ein Nicken sein). Dann kann man sich aller Form nach vorstellen (s.o.). Im Optimalfall folgt ein kurzer Dank für die Einladung und die Gastfreundschaft und eine weitere Verbeugung, bis der Prinz das Wort an einen richtet. Der Prinz hat dann die Möglichkeit, den Gast mit ein paar Worten in seiner Domäne willkommen zu heißen, womit er den Gast in den Abend entlässt. Erst dann darf man sich vom Prinzen entfernen: Es empfiehlt sich, ein bis drei Schritte rückwärts zu gehen (und sich ggfs. vielleicht nochmals leicht zu verbeugen) bevor man dem Prinzen den Rücken zukehrt.

Ergänzung: Für Gäste einer Domäne ist zwingend daran zu denken, den Prinzen (oder dessen Vertreter) gemäß der Traditionen der Camarilla um das Gastrecht zu fragen! Zum Beispiel: "Hochverehrter Prinz, gemäß der 2. und 5. Tradition der Camarilla erbitte ich das Gastrecht für X Nächte in Eurer Domäne!" – es empfiehlt sich, nicht mit der Tür ins Haus zu fallen und einen angemessenen zeitlichen Rahmen anzufragen. Der zeitliche Bezug kann auch entfallen und der Vorstellende wartet auf eine entsprechende Entgegnung des Prinzen, die wahrscheinlich einen zeitlichen Rahmen enthalten wird.

Sollte man zu einer Delegation gehören oder sich im Gefolge des eigenen Prinzen befinden, so verbeugt man sich, wenn der Sprecher der Delegation sich verbeugt. Sollte der Sprecher der Delegation oder der eigene Prinz die einzelnen Namen in seinem Gefolge nennen, so tritt man ggf. vor, wenn der eigene Name genannt wird, verbeugt sich und tritt entsprechend wieder zurück.

X Reihenfolge der Begrüßung

Die Vorstellung bzw. Begrüßung (und die Verabschiedung) erfolgt im Idealfall streng nach der für den Abend gültigen Rangordnung. Oft genügt es, wenn nur der Prinz und der Gastgeber förmlich begrüßt werden. Die genauen Regeln für die korrekte Begrüßung und die Reihenfolge der Vorstellungen an einem Abend erfährt man beim Hüter des Elysiums, der als Protokollchef für diese Dinge zuständig und verantwortlich ist.

Sind Ahnen der eigenen Domäne oder des eigenen Clans anwesend, ist es höflich und meist angebracht, auch diese zu begrüßen. Wenn man nicht alle Ahnen kennt oder sich nicht sicher ist, welche Ahnen man in welcher Reihenfolge begrüßen sollte, kann man sich beim Hüter des Elysiums oder einer Harpyie danach erkundigen. Es ist klüger, sich bei keinem von ihnen explizit vorzustellen, als einen von ihnen zu brüskieren, weil man ihn vergisst oder an unangemessener Stelle begrüßt. (Dies enthebt nicht der Pflicht, eine allgemeingültige Respektsbekundung in Richtung der Ahnen auszuführen.)

Begegnet man einem bekannten höherrangigen Kainiten, bevor man sich beim Prinzen oder beim Gastgeber vorgestellt hat, verbeugt man sich kurz vor ihm. Macht dieser dann den Eindruck, dass er eine förmliche Begrüßung erwartet (d.h. er richtet das Wort an den Gast oder hält ihm die Hand hin), darf man ihm diese nicht verwehren, es ist aber absolut korrekt, wenn man gleich darauf hinweist, dass man sich auf dem Weg zum Prinzen / zum Gastgeber befindet, um die gebotene Aufwartung zu machen. Ein wohlerzogener Kainit wird den Gast dann bald entlassen und anmelden, falls er wünscht, dass nach der obligatorischen Vorstellung das begonnene Gespräch fortgesetzt wird.

Trifft man auf eine Gruppe, ist man nicht verpflichtet, jeden einzeln zu begrüßen, ein freundliches Nicken in die Runde reicht. Wenn man allerdings persönlich begrüßen möchte, dann bitte jeden und in der richtigen Reihenfolge. Sollte der Hüter des Elysiums (bzw. eine Harpyie) für den Empfang der Gäste zuständig sein und sich dem Gast als solche vorstellen, darf man sich ihm ebenfalls noch vor dem Prinzen vorstellen. Diese wird ihn zum Prinzen, zum Gastgeber und dann gegebenenfalls zu einem Vertreter seines Clans führen. Der Hüter des Elysiums ist im Normalfall Ansprechpartner für die lokalen oder für den Abend gültigen Verhaltensregeln und kann z.B. den Gast darüber aufklären, ob der Prinz von der Norm abweichende Erwartungen an die Begrüßung stellt. Sehr häufig übernimmt diese Funktion auch eine Harpyie.

Anmerkung: Bei Abwesenheit eines Hüters oder einer Harpyie und in Domänen, in denen diese Positionen evtl. nicht besetzt sind, kann als alternativer Ansprechpartner bezüglich Regularien der Gesellschaft ebenso eine andere Person mit Amt oder ein Erstgeborener dienen.

X Generelles zum Umgang mit Ahnen

Betritt ein Ahn zum ersten Mal den Raum bzw. kommt er erstmals an einen Tisch, sollten alle, die niedrigeren Ranges sind, aufstehen. Wenn er im Laufe des Abends öfter mal die Räumlichkeiten verlässt und dann wieder betritt, so braucht man nicht jedes Mal aufzustehen. Wenn also eine unbekannte Person den Raum betritt, sollte man zuerst auf die Reaktion der Harpyie oder der anderen Kainiten achten. Wenn sie aufstehen, kann man sicher sein, dass es sich um einen Ahnen handelt, und sollte selbst auch aufstehen.

Der Ahn kann dann die Höflichkeit besitzen, mit einem Zeichen zu bedeuten, dass er diese Respektbezeugung wahrgenommen hat, und dass man sich wieder setzen darf. Tut er das nicht, steht man, bis der Ahn selbst Platz genommen hat. Wenn dieser allerdings kein Zeichen gegeben hat, lange herumsteht und den Eindruck macht, sich der stehenden Kainiten nicht mehr bewusst zu sein, darf man sich nach angemessener Zeit wieder setzen und ärgern.

Man braucht nicht jedes Mal aufzustehen, wenn sich ein Ahn nur nähert. Dies wird nur erwartet, wenn ein Ahn sich selbst erhebt oder sich direkt an den Gast selbst oder an einen oder mehrere seiner eigenen Gesprächspartner richtet (auch in der menschlichen Öffentlichkeit ist es hierbei nicht falsch, das Aufstehen wenigstens ansatzweise anzudeuten). Der Ranghöchste in der Gesprächsrunde sollte dann den Ahnen einladen, am Gespräch teilzunehmen oder verdammt gute Gründe nennen, weswegen das gerade nicht möglich ist. Wenn kein Platz mehr in der Runde frei ist, so wird vom Rangniedersten erwartet, dass er dem Ahnen seinen Platz anbietet. Kommt ihm jemand Ranghöheres aus der Runde zuvor, kann er letzterem höflicherweise anbieten, seinen Platz zu behalten und dem Ahnen selbst, falls dieser noch nicht den ersten angenommen hat, im Austausch den eigenen Platz anbieten. Hat der Ahn den anderen Platz schon angenommen, so bleibt einem nur, dem nun stehenden höherrangigen Kainiten den eigenen Platz anzubieten. Kommt man diesen Erwartungen nicht nach, so kann eine unschöne Einforderung solcher Pflichten seitens einer Harpyie oder gar der Höherrangigen selbst die Folge sein.

Man sollte versuchen, einem Ahnen, der in der Nähe steht, nicht den Rücken zuzukehren. Das wird generell als unhöflich empfunden. Auch sollte man beim Durchschreiten eines Raumes darauf achten, Ahnen nicht zu stören und beim Vorbeigehen an Ahnen als Zeichen des Respekts das Haupt leicht zu beugen.

Man spricht Ahnen im Zweifelsfall mit ihrem Namen an. Ansonsten empfiehlt es sich wie immer, sich vorher zu erkundigen – eventuell auch beim Ahnen selbst – wie er angeredet werden möchte.

Prinzen sollte man im Zweifelsfall immer mit der dem Titel entsprechenden, korrekten Anrede ansprechen, im Allgemeinen ist das "Euer Majestät" oder "Euer Hoheit". Mächtige Ahnen können es auch wagen einen Prinzen ohne besondere Erlaubnis nur mit dessen Namen anzusprechen. Das sagt aber einiges über das Verhältnis der beiden zueinander aus und ist manchmal gar eine Machtprobe.

X Allgemeine Verhaltensweisen

Es empfiehlt sich, auch im Laufe des Abends darauf zu achten, dass man niemandem ungewollt auf die Füße tritt. Man sollte niemals vergessen, dass für die Camarilla die Gesellschaft bzw. die Zusammenkünfte DAS zentrale Schlachtfeld sind – und für Kainiten und ihre Gesellschaft sind schon Fehler, die für Sterbliche banal wären, durchaus von Bedeutung und ausnutzbar.

Fast alle Höflichkeitsregeln der menschlichen Etikette haben auch in der kainitischen Gesellschaft Geltung:

  • Man sollte sich in ein Gespräch niemals ungefragt einmischen.
  • Man sollte seinen Gesprächspartner nie unterbrechen.
  • Will man ein Gespräch beenden, entschuldigt man sich höflich dafür. Wenn es ein Gespräch mit einem Ahnen ist, sollte man wirklich gute Gründe zur Entschuldigung vorbringen können.
  • Es ist immer besser zu warten, bis man von einem Höherrangigen angesprochen wird.
  • Es ist immer besser zu warten, bis man von einem Höherrangigen aus einem Gespräch entlassen wird.
  • Wenn man sich mit einem Höherrangigen im Gespräch befindet, darf man das Gespräch nur dann unterbrechen und gegebenenfalls aufstehen, wenn jemand hinzutritt, der einen höheren Rang hat als der Gesprächspartner.

X Handkuss

Beim Handkuss hält die Dame ihre Hand mit dem Handrücken nach oben etwa auf Brusthöhe dem Herren hin, wenn sie sitzt (und sitzen bleiben darf), etwas höher. Hält sie die Hand niedriger und mit dem Handrücken zur Seite, heißt das wohl, dass sie keinen Handkuss erwartet. Man darf dann vorsichtig testen, ob sie nur bescheiden ist oder ob sie keinen Handkuss wünscht, indem man ihre Hand leicht zu drehen versucht. Die Hand "mit Gewalt" zu verdrehen ist ausgeschlossen, ebenso, sie zu ergreifen und zu sich zu ziehen. Der Herr sollte die Hand der Dame sanft stützen und ein wenig zu sich heben, gleichzeitig beugt er sich leicht zu ihr hinunter (je höherrangiger die Dame, desto tiefer die Verbeugung). Die Lippen berühren die Hand nicht, noch werden sie zum "Kussmund" geschürzt. Normalerweise schaut man der Dame beim Handkuss nicht in die Augen (ganz bestimmt auch nicht ins Dekolleté ^^). Am Besten senkt man den Blick oder schließt die Augen. Hält man den Blick, gilt das entweder als herausfordernd oder als Zeichen besonderer Vertrautheit und Intimität. Hält man beim Handkuss den Blick einer höherrangigen Dame, ohne das Recht dazu zu besitzen, so ist dies ein besonders grober Verstoß gegen die Etikette – und Futter für die Harpyien.

X Schriftwechsel

Beim Abfassen von Briefen sind Anrede und Grußformel am Schluss des Briefes üblich. Die Auswahl der sprachlichen Mittel hängt vom jeweiligen Texttyp, der Botschaft und des persönlichen Verhältnisses ab.

Die Anrede erfordert die Nennung des Angeschriebenen, die Grußformel die Nennung des Verfassers. In formellen Schreiben benutzt man bei der Anrede stets die volle korrekte protokollarische Anrede des Adressaten und seinen Namen. In informellen Schreiben benutzt man bei der Anrede die diffizileren Abstufungen:

  • "Hochverehrte/r" bei 3 Stufen protokollarischen Unterschieds
  • "Sehr (oder auch hoch) verehrte/r" bei 2 Stufen protokollarischen Unterschieds
  • "Verehrte/r" bei 1 Stufe protokollarischen Unterschieds
  • "Werte/r" bei Gleichstand
  • "Geschätzte/r" zu Rangniederen

Ergänzung: Diese Auflistung gibt einen guten Überblick, aber natürlich sind Varianzen und veränderte Formen möglich. Entscheidend ist, dass der Status bzw. Rang des Adressaten in der Anrede und auch in der Grußformel am Schluss des Briefes korrekt bedacht wird. In der Aufstellung fehlt die moderne und weit verbreitete Anrede "Sehr geehrte/r" – diese kann ebenfalls gewählt werden, sie ist einzuordnen auf ungefähr ranggleichem Niveau und zu Rangniederen.

In formellen Schreiben schließt man mit einer diplomatischen Note. Wichtig ist, dass die Hochachtung für hohe Würden der Camarilla (über einem Prinzen stehend) um "ganz ausgezeichnet", bei Prinzen um "ausgezeichnet" und bei Amtsträgern um "vorzüglich" ergänzt wird: Zum Beispiel "In ausgezeichneter Hochachtung" – auch hier gilt, dass verschiedene Formulierungen eines Grußes denkbar sind, relevant ist, dass der Status des Adressaten angemessen aufgegriffen wird.

In informellen Schreiben ist es zulässig "Mit freundlichen Grüßen" oder bei einer gewissen Vertrautheit "Mit herzlichen Grüßen" zu enden. Bestimmte Clans, Sekten oder andere Fraktionen mögen einzelne Formulierungen haben, die dort verbreitet sind (bspw. "Mit bundesbrüderlichen Grüßen"). "Mit bester Empfehlung" sollte man nur grüßen, wenn man auch tatsächlich seine Dienste oder sein Eigentum zur Verfügung stellen will. "Viele Grüße" ist sehr neutral (und darum bei informellen Schreiben gut einsetzbar), aber auch völlig aussagelos. Ist der Inhalt sehr privat kann man natürlich auch mit Ausdrücken wie "Ihr ergebener Diener" oder "Stets der Ihre" schließen, um eine besondere emotionale Nähe auszudrücken, aber hier überschreitet man schnell eine empfindliche Grenze.

Während eines Schreibens erkundigt man sich immer nach dem Befinden des Adressaten und wünscht diesem am Schluss etwas Schönes, AUSSER es ist bekannt, dass er sich in einer prekären Lage befindet. Diese zu erwähnen, wenn sie nicht explizit Inhalt des Schreibens ist, gilt wiederum als unschicklich.

Bei einem Brief ist die Bitte um eine Antwort immer implizit, selbst wenn er nicht mit einer Frage endet. Wenigstens in zwei Zeilen sollte man noch den Erhalt des letzten Schreibens bestätigen und sich bedanken, selbst wenn bereits alle Fragen geklärt sind.

Eine schriftliche Einladung ist IMMER zu beantworten, selbst wenn nirgendwo R.S.V.P. darin steht, es sei denn der Einladende vermerkt explizit, dass er keine Rückmeldung wünscht.

Und zum Schluss: Auch wenn Vampire sehr langlebig und geduldig sind, einen Brief länger als einen Monat nach Erhalt unbeantwortet zu lassen, ist eine Frechheit. Ein Zweizeiler, der informiert, dass man sich einer Beantwortung später widmen wird, genügt, um eine (überschaubare) Nachfrist zu erhalten.