Sterbliche & Blutsdiener: Unterschied zwischen den Versionen
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== Vampire und die Welt der Sterblichen == | |||
Seit ihrer grauen Vorzeit haben sich die Vampire immer weiter ausgebreitet und über fast alle Kontinente verbreitet. Wo immer sie existieren, existieren die Vampire auf dem Rücken der Menschheit und buchstäblich, als „Blutsauger“, von den Menschen. In der Spielwelt sind Vampire keine guten Wesen, im Gegenteil, auch wenn es individuell starke Unterschiede gibt, wie bösartig oder menschennah ein Kainit ist. Sie waren und sind den Menschen in vielen Dingen überlegen und nutzen dies oft schamlos aus. In der grauen Vorzeit gaben sich die Kainiten kaum bis keine Mühe, ihr wahres Wesen vor den Menschen zu verbergen. Sie nahmen sich, was und wen sie wollten, sie herrschten über die sterbliche Welt und die Menschen und machten sie sich Untertan. Doch schließlich regte sich Widerstand gegen die Untoten – hier greift die Spielwelt v.a. auf die Kirche zurück: Die Inquisition im Mittelalter war wesentlicher Teil bzw. Motor dieses Umbruches. Plötzlich waren die Jäger (die Vampire) die Gejagten und wurden zu Hunderten oder gar Tausenden vernichtet. Die Kainiten mussten sich anpassen, wenn sie überleben wollten. Aus der Not heraus verlagerte sich das vampirische Leben in den Untergrund, in die Schatten der Welt der Sterblichen, in den Hintergrund. Fortan führten die Kainiten ihre Existenz im Verborgenen (Stichwort „Maskerade“, namensgebend für die Spielwelt), was sie jedoch nicht daran hinderte bzw. hindert, weiterhin auf unterschiedlichste Weise und auf verschiedensten Ebenen die Geschicke der sterblichen Welt zu beeinflussen und sich Ressourcen und Vorteile aus der sterblichen Welt zu sichern oder für ihre Ziele und Zwecke zu nutzen. Im Zuge des technologischen Fortschritts der menschlichen Welt wurde die Existenz der Kainiten zunehmend herausfordernder. Heutzutage ist es ein mehr als riskanter Drahtseilakt, einerseits eine verborgene Existenz inmitten der sterblichen Welt zu führen, andererseits weiterhin die eigenen Ziele, Einflussnahmen, Ressourcen, etc. in der sterblichen Welt voranzutreiben und zu sichern. Würde die Menschheit heute von der Existenz der Vampire erfahren, besäße die Menschheit sehr wahrscheinlich die technologischen und militärischen Möglichkeiten, die Spezies der Vampire vollständig auszulöschen. Aber: Vampire ernähren sich vom Blut der Sterblichen. Sie _können_ sich nicht vollständig zurückziehen. Selbst wenn das kein ausreichender Grund wäre, sie würden sich nicht vollständig zurückziehen wollen: Sie alle waren einmal Sterbliche, irgendwas in ihnen ist verhaftet in dieser Welt. Weiterhin unterhalten viele Vampire Geschäfte in der sterblichen Welt, schöpfen Gelder und Werte ab, unterhalten personelle Einflüsse in den Reihen der Sterblichen und treiben durch diese ihre politischen und gesellschaftlichen Ziele (in beiden Welten) voran. Die Kainiten sind letztlich von der sterblichen Welt abhängig, ihre Welt funktioniert nur in Verbindung mit der sterblichen Welt. Dass das so ist, geben Kainiten jedoch nur ungern zu … | |||
Version vom 24. März 2025, 19:52 Uhr
Vampire und die Welt der Sterblichen
Seit ihrer grauen Vorzeit haben sich die Vampire immer weiter ausgebreitet und über fast alle Kontinente verbreitet. Wo immer sie existieren, existieren die Vampire auf dem Rücken der Menschheit und buchstäblich, als „Blutsauger“, von den Menschen. In der Spielwelt sind Vampire keine guten Wesen, im Gegenteil, auch wenn es individuell starke Unterschiede gibt, wie bösartig oder menschennah ein Kainit ist. Sie waren und sind den Menschen in vielen Dingen überlegen und nutzen dies oft schamlos aus. In der grauen Vorzeit gaben sich die Kainiten kaum bis keine Mühe, ihr wahres Wesen vor den Menschen zu verbergen. Sie nahmen sich, was und wen sie wollten, sie herrschten über die sterbliche Welt und die Menschen und machten sie sich Untertan. Doch schließlich regte sich Widerstand gegen die Untoten – hier greift die Spielwelt v.a. auf die Kirche zurück: Die Inquisition im Mittelalter war wesentlicher Teil bzw. Motor dieses Umbruches. Plötzlich waren die Jäger (die Vampire) die Gejagten und wurden zu Hunderten oder gar Tausenden vernichtet. Die Kainiten mussten sich anpassen, wenn sie überleben wollten. Aus der Not heraus verlagerte sich das vampirische Leben in den Untergrund, in die Schatten der Welt der Sterblichen, in den Hintergrund. Fortan führten die Kainiten ihre Existenz im Verborgenen (Stichwort „Maskerade“, namensgebend für die Spielwelt), was sie jedoch nicht daran hinderte bzw. hindert, weiterhin auf unterschiedlichste Weise und auf verschiedensten Ebenen die Geschicke der sterblichen Welt zu beeinflussen und sich Ressourcen und Vorteile aus der sterblichen Welt zu sichern oder für ihre Ziele und Zwecke zu nutzen. Im Zuge des technologischen Fortschritts der menschlichen Welt wurde die Existenz der Kainiten zunehmend herausfordernder. Heutzutage ist es ein mehr als riskanter Drahtseilakt, einerseits eine verborgene Existenz inmitten der sterblichen Welt zu führen, andererseits weiterhin die eigenen Ziele, Einflussnahmen, Ressourcen, etc. in der sterblichen Welt voranzutreiben und zu sichern. Würde die Menschheit heute von der Existenz der Vampire erfahren, besäße die Menschheit sehr wahrscheinlich die technologischen und militärischen Möglichkeiten, die Spezies der Vampire vollständig auszulöschen. Aber: Vampire ernähren sich vom Blut der Sterblichen. Sie _können_ sich nicht vollständig zurückziehen. Selbst wenn das kein ausreichender Grund wäre, sie würden sich nicht vollständig zurückziehen wollen: Sie alle waren einmal Sterbliche, irgendwas in ihnen ist verhaftet in dieser Welt. Weiterhin unterhalten viele Vampire Geschäfte in der sterblichen Welt, schöpfen Gelder und Werte ab, unterhalten personelle Einflüsse in den Reihen der Sterblichen und treiben durch diese ihre politischen und gesellschaftlichen Ziele (in beiden Welten) voran. Die Kainiten sind letztlich von der sterblichen Welt abhängig, ihre Welt funktioniert nur in Verbindung mit der sterblichen Welt. Dass das so ist, geben Kainiten jedoch nur ungern zu …
In der Spielwelt gibt es nahezu ständig Schnittstellen bzw. Bereiche, in denen Vampire Sterbliche für ihre Zwecke einbinden und/oder auf menschliche Kräfte zurückgreifen. Hier gibt es jedoch Abstufungen. Für alle kleineren bis mittelgroßen Interaktionen im nachtnächtlichen Lebens eines Kainiten genügt es, Sterbliche mit einfachen Mitteln dienstbar zu machen. Dies kann durch Bestechung, Erpressung oder eine mentale Manipulation (einige Kainiten verfügen über entsprechende Fähigkeiten) erfolgen. Die betreffenden Menschen müssen für diese Angelegenheiten nicht in die Welt der Unsterblichen eingeweiht werden. Beispiele: Der Streifenpolizist soll mal wegschauen, die Dame am Empfang soll jemanden durchwinken, der Taxifahrer soll keine unangenehmen Fragen stellen, der Straßenschläger soll XYZ verprügeln, aber über den Auftraggeber schweigen und so weiter. Für heiklere Missionen sollte man als Kainit umsichtiger vorgehen und entweder wirklich „gut“ bestechen oder erpressen oder definitiv auf eine mentale Beeinflussung zurückgreifen: Der Chef der lokalen Bank soll Gelder waschen, der freundliche Tiefbauer von nebenan soll eine unterirdische Zuflucht anlegen, der Friedhofswärter muss wegschauen, weil es einen „Unfall“ beizusetzen gilt, das Amt soll einen gefälschten Ausweis ausstellen … solche Dinge. Für alle Bereiche, die den Kainiten unmittelbar und/oder seine persönlichen Belange und Interessen betreffen, greifen die meisten Kainiten aus Sicherheitsgründen auf fest in ihren Diensten stehende Sterbliche zurück. Diese Kräfte sind i.d.R. eingeweiht und wissen um das wahre Wesen ihres Auftraggebers bzw. Dienstherren, sie stehen üblicher Weise langfristig im Dienst des betreffenden Kainiten. Solche Sterblichen sind entweder massiv bestochen, erpresst, geistig manipuliert oder – das ist in diesem Falle der übliche Weg – durch ein Blutsband unterworfen. Ein Blutsband beschreibt in der Spielwelt ein mystisches Band, welches durch Blut besiegelt wird und eine Zielperson an den Initiator des Bandes bindet. Ein Blutsband stellt eine weitgehend unerschütterliche Loyalität des Ziels zum Herren des Bandes sicher. Ein blutgebundener Sterblicher wird als Blutsdiener oder Ghul bezeichnet. Beispiele für Positionen im Nahbereich eines Kainiten: Persönliche Sicherheit, Sekretär, rechte Hand im geschäftlichen oder finanziellen Bereich, persönlicher Service, Butler, etc.
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Wie sehen Kainiten Sterbliche und wie gehen sie mit ihnen um? Das ist sehr individuell. Die meisten Vampire erachten sich als den Menschen überlegen. Das führt, je nach Charakter, zu einer gewissen Überheblichkeit, Ignoranz und Anmaßung gegenüber Sterblichen. Bei einigen Figuren gipfelt diese Sichtweise in völliger Gleichgültigkeit und/oder der Überzeugung, Sterbliche als ebenso vergängliche wie ersetzbare Ressource zu betrachten: Ihr Schicksal ist solchen Kainiten egal, es berührt sie nicht. Das ist aber definitiv nicht bei allen Figuren der Fall. Es gibt Kainiten, die – auch wenn sie sich den Sterblichen ggf. in gleicher Weise überlegen sehen – ein moralisches Grundgerüst verfolgen bzw. bewahren und sich bemühen, Sterblichen umsichtig zu begegnen. Bei einigen Figuren gipfelt das in einem ungeahnt menschlichen Umgang mit Sterblichen. Bei diesem Thema lässt die Spielwelt bewusst eine große Varianz zu. Im Spiel rangiert das Gros der Figuren im „gesunden“ Mittelfeld, heißt, es ist eine gewisse Distanz zu Sterblichen gegeben, es besteht ein Gefälle zwischen beiden „Spezies“, dennoch wird Sterblichen i.d.R. fair bzw. neutral begegnet.
Menschen
Menschen sind in der Spielwelt vornehmlich Nahrungsquelle und Arbeitskräfte; sie sind eine ersetzbare Ressource. Vampire sind im Allgemeinen nicht menschenfreundlich, sondern fühlen sich den Menschen überlegen. Bestenfalls agieren Vampire gegenüber Menschen normal, vielleicht sogar aufgesetzt umgänglich. Häufiger findet sich jedoch ein reserviertes, bestimmendes oder arrogantes Verhalten. Die Überlegenheit kann auch Unterdrückung, Gewalt, Manipulation, Gleichgültigkeit gegenüber seelischem und körperlichem Wohl eines Menschen begründen. Nur selten finden sich Vampire, die einen wirklich freundschaftlichen Austausch mit Menschen pflegen. Siehe auch: Menschlichkeit und Elementare Themen: Blut und Jagd.
Synonym verwandte Begriffe für Menschen: Sterbliche oder Sethskinder.
Teilweise treten im Spielverlauf menschliche Rollen auf. Jeder Spieler sollte sich daher mit der Thematik "Mensch" beschäftigen und für seine Figur ermessen, wie diese Menschen sieht und behandelt. In Bezug auf Menschen ist stimmiges und konträres Rollenspiel gefragt.
Ghule
Ghule sind Menschen, die durch das Trinken von Vampirblut dienstbar gemacht werden. Menschen verändern sich durch das Trinken von Vampirblut körperlich und seelisch. Auch äußerliche Veränderungen sind möglich, beispielsweise bei Ghulen von Clan Nosferatu.
Synonym verwandte Begriffe für Ghule: Blutsdiener oder Diener, evtl. auch Gefolgsleute oder Sklave.
Ghule sind stärker und widerstandsfähiger als normale Menschen. Sie können Wunden besser heilen, sind gegen viele Krankheiten immun, altern kaum noch und können, eine weitere Versorgung mit Vampirblut vorausgesetzt, unsterblich sein. Seelisch degenerieren sie zu einem blinden und aufopferungsbereiten Diener für ihren Herrn. Sie sind ihrem Vampir sehr zugeneigt, lieben ihn regelrecht, wenngleich diese Liebe eine verkehrte und unechte ist. Sie würden und werden alles für ihren Herrn tun, bis hin ihr eigenes Leben für das seine zu geben. Das Wort des Vampirs ist ihr Befehl. Hinterfragen ist einem Ghul fremd, bedingungsloser Gehorsam seine Bestimmung. Ghule sind abhängig von Vampirblut. Wenn sie nicht in regelmäßigen Abständen, ca. 1 x pro Monat, Blut dargereicht bekommen, werden sie schwach, krank und verfallen schließlich bis hin zum Tod. Ghule stehen unter einem Blutband.
Mit Ghulen regeln Vampire ihre täglichen Geschäfte, nutzen sie als Handlanger für Arbeiten und Aufgaben aller Art, setzen sie als Sicherheitskräfte ein, lassen sich durch sie versorgen, missbrauchen sie als billige Gesellschaft, halten sie als Nahrungsquelle oder als Objekt der Freude. Die Tätigkeitsbereiche von Ghulen sind sehr verschieden. Auch wenn Vampire die uneingeschränkte Macht über ihre Ghule tragen, so sind sie im Alltag doch auf diese angewiesen. Das Verhältnis ist eine Art Symbiose aus Geben und Nehmen, nur, dass das Gleichgewicht sehr auf Seiten des Vampirs liegt.
Wie Vampire ihre Helfer und Gefolgsleute oder die anderer Vampire behandeln, ist stark abhängig von den Ansichten und Einstellungen des jeweiligen Charakters. Generell gelten Ghule eher als Eigentum und Sachgegenstand, nicht als Individuum. Im Spielgeschehen können Ghule auftauchen, somit sollte sich jeder Spieler mit der Thematik "Ghule" beschäftigen und für seine Figur ermessen, wie diese Ghule sieht und behandelt.
Regeltechnisch werden Ghule über den Hintergrund „Gefolgsleute“ bezogen (siehe Hintergründe).